Alt, aber immer noch top-aktuell – die zehn Gebote für Vorwärtstrebende

Etwa zehn Jahre vor seinem Tod, veröffentlichte 1940 der angesehene Kommerzienrat Johann Baptist Winklhofer eine kleine Autobiographie mit dem Titel „Erinnerungen aus meinem Leben“, in der er auf sein bewegtes Leben zurück blickte. Hier verfasste er auch die „Zehn Gebote für Vorwärtstrebende“, die wir heute allerorten im Internet finden und die trotz ihres Alters heute nach wie vor top-aktuell und beachtenswert sind. Von ihrer Aktualität haben sie nichts eingebüßt. Und hier sind sie:

Zehn Gebote für Vorwärtstrebende

  1. Grundbedingung ist gründliches Verständnis für den eigenen Beruf.
  2. Der Ehrgeiz, jedes Ding besser zu machen als es irgendein anderer kann.
  3. Festhalten am Prinzip, dass dem Kunden für sein Geld nur das Beste geliefert werden kann.
  4. Eine nie ausgehende Freude an der Arbeit muss vorhanden sein.
  5. Immer nur nach den neuesten Arbeitsmethoden und mit den allerbesten Einrichtungen im Betrieb arbeiten.
  6. Der größte Teil des verdienten Geldes muss zur Beschaffung dieser betriebsfördernden Mittel verwandt werden.
  7. Den rechten Mann an den rechten Platz stellen.
  8. Einfach und solide leben, damit man früh mit klarem Kopfe an die Arbeit gehen kann.
  9. Sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass man nicht jedes Geschäft machen kann oder muss.
  10. Schließlich gehört auch noch eine recht große Dosis Geduld dazu, um den Erfolg seiner Mühen abzuwarten, auch wenn es manchmal recht trostlos aussieht.

Welche Lehren können wir daraus noch heute ziehen?

Was prädestinierte Winklhofer, diese zehn Gebote aufzustellen? Ganz einfach: er wusste, wovon er sprach! Gemeinsam mit seinem Partner Richard Adolf Jaenicke gründete er 1885 in Chemnitz ein kleines „Velociped-Depot“ mit einem Schraubstock, aus dem später mit den „Wanderer-Werken“ eines der größten Fertigungsunternehmen Deutschlands entstehen sollte. Hier wurden später nicht nur Motorräder, Automobile und Fahrräder produziert. das Unternehmen gehörte auch zu den wichtigsten Werkzeugmaschinen- und Schreibmaschinen-Herstellern Deutschlands. Ein Teil des Unternehmens wird später in der Auto-Union AG aufgehen, aus der nach dem Krieg „Audi“ entsteht. Einer der vier Audi-Ringe erinnert uns also heute immer noch an die Wanderer-Werke, an Winklhofer und seinen Partner Jaenicke.

Was den Erfolg von Winklhofer und seinen Partner vom Anfang aus ausmachte und das Unternehmen aus der Menge der anderen Fahrrad-Werkstätten heraushob, war die Mischung aus Zielstrebigkeit und Cleverness, die zum Unternehmensethos wurde. Hier wollten Unternehmer etwas schaffen, besser sein als der Mitwettbewerb und den Markt erobern – aber dennoch bodenständig und solide bleiben. Die perfekte Mischung, die noch heute einen guten Mittelständler ausmacht.

Darum haben Winklhofers Thesen noch heute nicht nur Bestand, sondern sind nach wie vor top-aktuell und können uns als Vorbild für unsere tägliche Arbeit dienen. Und so verstehen wir auch die Rolle des modernen Entscheiders in mittelständischen Unternehmen.